Speisekarten-Index.de

Fast-Food-Arbeitszeit-Index in Deutschland

Vergleichende Analyse der Kaufkraft auf Basis des gesetzlichen Mindestlohns und standardisierter Menüpreise.

GG
Speisekarten-Index DatenredaktionVerifizierte Erhebung in über 140 deutschen Kettenbetrieben • Stand: 2026/2027

Wer heute in Deutschland an den Schalter eines Fast-Food-Restaurants tritt, reibt sich nicht selten die Augen: Für ein Menü aus Burger, Pommes frites und Getränk werden bei den Marktführern inzwischen regelmäßig zwischen 10,50 Euro und 12,50 Euro fällig. Beim Döner Kebab – einst das Symbol für günstiges Studenten- und Arbeiter-Essen – sind 7,50 Euro bis 9,00 Euro der neue Normalzustand.

Die anhaltende Lebensmittelinflation, gestiegene Energiekosten und Anpassungen der Mehrwertsteuer haben das Preisgefüge der deutschen Gastronomie nachhaltig verschoben. Doch wie teuer ist Fast Food wirklich im Verhältnis zur Kaufkraft der Bürger?

Um diese Frage greifbar zu machen, hat die Datenredaktion von Speisekarten-Index.de den Fast-Food-Arbeitszeit-Index ermittelt. Er setzt die tatsächlichen Abgabepreise der beliebtesten Gerichte ins Verhältnis zum gesetzlichen Mindestlohn und beantwortet die Kernfrage: Wie viele Minuten muss eine Arbeitskraft für ihr Essen schuften?

Methodik & Berechnungsgrundlage

Als Basis dient der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland in Höhe von 12,82 Euro brutto pro Stunde (entspricht ca. 0,214 Euro pro Brutto-Arbeitsminute).

Berechnungsformel:
Arbeitszeit (Minuten) = (Produktpreis in € / Netto-Stundenlohn in €) × 60 Minuten

*Angenommener Netto-Stundenlohn bei Steuerklasse I (ledig, keine Kinder, gesetzlich versichert): ca. 9,90 Euro netto pro Stunde (~ 0,165 Euro pro Netto-Minute).

1x Big Mac (Einzeln)38 Min.6,29 € (Netto-Arbeit)
1x Standard-Menü70 Min.11,49 € (Über 1 Stunde!)
1x Döner Kebab (Ø DE)50 Min.8,20 € Bundesdurchschnitt
1x ICE Bordbistro Kaffee24 Min.3,90 € DB Bordgastronomie

Der große Speisekarten-Index Arbeitszeit-Vergleich

Wie viele Minuten ein Beschäftigter mit Mindestlohn (Netto Steuerklasse I) für beliebte Gastronomie-Klassiker arbeiten muss im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2023:

McDonald's Big Mac (Einzelpreis)6,29 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 38 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 29 Min.
Entwicklung vs. 2020:+8 Min. (+26 %)
Burger King Whopper Menü (groß)11,99 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 73 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 56 Min.
Entwicklung vs. 2020:+14 Min. (+24 %)
Döner Kebab (Deutsche Großstädte)8,20 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 50 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 38 Min.
Entwicklung vs. 2020:+22 Min. (+78 %)
DB Bordbistro Tasse Caffè Crema3,90 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 24 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 18 Min.
Entwicklung vs. 2020:+3 Min. (+14 %)
Subway 30cm Footlong Sandwich10,49 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 64 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 49 Min.
Entwicklung vs. 2020:+11 Min. (+21 %)
L'Osteria Pizza Margherita (Riesengröße)12,50 €
Netto-Arbeitszeit:ca. 76 Min.
Brutto-Arbeitszeit:ca. 58 Min.
Entwicklung vs. 2020:+12 Min. (+19 %)

„Für ein normales Burger-Menü muss ein Mindestlohn-Empfänger heute mehr als eine volle Stunde netto arbeiten. Damit hat Fast Food in Deutschland für breite Bevölkerungsschichten seinen Charakter als beiläufiger Billigsnack verloren.“

— Fazit des Speisekarten-Index Fast-Food-Arbeitszeit-Index

Fazit: Ist Fast Food noch „billig“?

Die Auswertung zeigt ein klares Bild: Obwohl auch der gesetzliche Mindestlohn in den vergangenen Jahren schrittweise angehoben wurde, stiegen die Preise in der Systemgastronomie prozentual teils noch deutlich schneller.

Besonders drastisch fällt der Reallohnverlust beim Döner Kebab ins Gewicht: Musste man im Jahr 2020 bei einem Durchschnittspreis von 4,50 Euro und damaligem Mindestlohn (9,35 Euro) rund 28 Minuten netto für einen Kebab arbeiten, sind es heute stolze 50 Minuten – ein Arbeitszeit-Anstieg von fast 80 Prozent.

Verbraucher reagieren zunehmend preissensibel: Kunden greifen vermehrt auf App-Coupons, Punktesysteme und spezielle Spar-Aktionen zurück, um die gestiegenen Menüpreise abzufedern.

Zitierfähige Quellenangabe für Medien & Redaktionen

Über die Erhebung von Speisekarten-Index.de:
Der Speisekarten-Index Fast-Food-Arbeitszeit-Index wird quartalsweise von der unabhängigen Wirtschafts- und Datenredaktion von Speisekarten-Index.de erhoben. Grundlage sind verifizierte Menüpreise aus Stichproben in über 140 Gastronomie-Ketten im Bundesgebiet. Bei redaktioneller Verwendung in Print, Online oder Rundfunk bitten wir um Nennung der Quelle „Speisekarten-Index.de“ sowie Verlinkung auf diese Primärquelle.

Kontakt für Presseanfragen: [email protected]Verifizierter Datenbestand 2026/2027